China hofft, dass die Olympischen Spiele 2008 den Einsatz neuer IT- Technologien und den Fortschritt der IT-Industrie verdeutlichen werden.
In der bevölkerungsreichsten Nation der Welt, China, fehlt ausgebildetes IT-Personal, um mit dem Wachstum der IT-Infrastruktur mithalten zu können.
Während China bei der Entwicklung und weitreichenden Implementierung ausgereifter IT-Ressourcen immer noch hinter dem Westen zurückliegt, sind Regierung, Industrie und Universitäten begierig darauf, die Lücke zu schließen. Wie erfolgreich waren sie bisher dabei, und wird der Mangel an qualifiziertem IT-Personal Chinas Fortschritt hemmen?
Professor Li Wenjun vom Fachbereich Informatik an der Sun Yat-sen-Universität hat diese und weitere Fragen kürzlich in einem E-Mail-Interview beantwortet.
Können Sie die aktuelle Lage der IT in China beschreiben?
Neben der schnellen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft sind Forschung, Entwicklung und Einsatz von Informationstechnologien heute in China weiter entwickelt als jemals zuvor. Aber es scheint, dass die Herausforderungen derzeit gegenüber den Chancen überwiegen. Meiner Ansicht nach gibt es zwei Engpässe, die wir beseitigen müssen. Einer ist der Mangel an kreativen IT-Unternehmen, die die Rechte auf geistiges Eigentum an wichtigen Technologien besitzen. Dies gilt für nahezu alle Bereiche der IT, angefangen auf niedrigster Ebene bei Entwicklung und Herstellung von ICs bis hin zu Software-Entwicklung auf höchstem Niveau.
Die andere Herausforderung ist der Mangel an wirklich sinnvollen Einsatzbereichen. Bei vielen wichtigen nationalen Bauprojekten, wie beispielsweise dem Drei-Schluchten-Damm, wurde nicht gerade die IT-Überlegenheit demonstriert, die angebracht gewesen wäre, ganz zu schweigen von der Förderung der Rolle der IT bei einem derartigen Projekt. Ich hoffe, dass die Olympischen Spiele 2008 in Peking eine Plattform für den erfolgreichen Einsatz von IT bieten werden.
Bei der GIIC-Jahrestagung in Peking vor fünf Jahren hat Minister Wu Jichuan drei Neuerungen für den IT-Bereich angeregt: Bandbreite, technologische Entwicklungen und gemeinsame Nutzung von Informationen. Wurden in diesen Bereichen Fortschritte erzielt?
Wir haben in zwei dieser Bereiche in den vergangenen fünf Jahren Fortschritte gemacht. Alle Internetznutzer in China werden Ihnen bestätigen können, dass die Netzwerkbandbreite erheblich erweitert wurde. Immer mehr Menschen haben Zugang zum Internet, und immer mehr Mulitmediadaten werden problemlos über das Netz transportiert. Einige landesweit und in Großstädten agierende Projektentwickler, wie beispielsweise China National Grid und Shanghai Grid, werden in den nächsten Jahren zweifelsohne neue Informationsinfrastrukturen – sowie Bandbreite – fördern.
Obwohl im Bereich der technologischen Entwicklungen keine greifbaren Ergebnisse erzielt wurden, sind dennoch erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Immer mehr IT-Unternehmen etablieren Verfahren zur Steigerung von Kreativität und Innovation, wie z. B. durch steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung, sowie die Förderung der Zusammenarbeit zwischen IT-Branche und Universitäten.
Ich glaube jedoch nicht, dass wir bei der gemeinsamen Nutzung von Informationen schon sehr weit gekommen sind. Obwohl viele Technologien, wie z. B. Netzwerke und service-orientierte Architekturen, die gemeinsame Nutzung von Informationen zwischen Regierungsbehörden, Unternehmen und akademischen Einrichtungen ermöglichen, stellen technologieunabhängige Faktoren wie Verwaltungsvorgaben und fehlende Motivation weiterhin Hindernisse dar. Regierungsbehörden sollten in diesem Bereich als Vorreiter und Vorbilder dienen. Nur, wenn sie dies erkennen, werden wir Fortschritte erzielen.
Wie groß ist der Mangel an ausgebildetem IT-Personal, im Vergleich zwischen den benötigten und den vorhandenen Kräften? Was tun chinesische Unternehmen derzeit, um sich diese Fähigkeiten anderweitig zunutze zu machen?
In den Medien heißt es, dass jedes Jahr viel zu viele Studenten einen IT-Abschluss machen und dann Schwierigkeiten haben, eine angemessene Stelle zu finden. Vielleicht stimmt das ja. Aber gleichzeitig klagen viele IT-Firmen, dass sie nicht die qualifizierten IT-Mitarbeiter finden, die sie benötigen.
Ich glaube, der Grund dafür ist ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage für IT-Personal. Es gibt jede Menge gering qualifiziertes IT-Personal, jedoch nur wenige Personen mit hoher Qualifikation. Dieses Ungleichgewicht sorgt für schwerwiegende Probleme, da wir den riesigen Personalmangel in der sich derzeit schnell entwickelnden IT-Branche in China nicht decken können.
Das Bildungsministerium der VR China hat Anfang diesen Jahres eine Initiative namens „Quality Engineering in Undergraduate Education“ ins Leben gerufen. Ich denke, diese wird dazu beitragen, das Problem zu lösen.
Sagen Sie uns, warum das EMC Curriculum zur Speichertechnologie ausgewählt wurde, und beschreiben Sie bitte, wie es zur Beseitigung des Mangels an qualifizierten IT-Kräften beitragen soll.
Die Verbesserung der Fähigkeiten und Kreativität unserer Studenten im Grundstudium ist eine wichtige Aufgabe für uns. Als wir vor zwei Jahren unsere Lehrpläne überarbeiteten, haben wir entschieden, eine Reihe von branchenbasierten Curricula in die Wahlkurse für Studenten im dritten und vierten Jahr des Grundstudiums zu integrieren. Wir beschlossen, dass diese Curricula von IT-Unternehmen entwickelt und unterstützt werden sollten, um die bereits vorhandenen theoretischen und praktischen Ansätze auszugleichen. Außerdem muss es sich bei den abgedeckten Themen um führende und vorausschauende Technologien handeln, und unsere Partner sollten der Weltspitze angehören.
Wir hatten sehr viel Glück, dass EMC im letzten Jahr das Academic Alliance Program ins Leben gerufen hat und wir eine der ersten Universitäten waren, die am Programm teilnehmen durfte. Das Curriculum zur Speichertechnologie erfüllt unsere Kriterien ziemlich genau. Die Mitarbeiter von EMC waren sehr hilfsbereit, und wir konnten den Lehrplan schnell für unsere Zwecke integrieren. Nach erfolgreicher Vorbereitung wurde der Kurs zu den Grundlagen der Speichertechnologie zum letzten Sommersemester eingeführt (Februar bis Juni 2007).
Er war ein ziemlicher Erfolg. Obwohl es sich nicht um eine Pflichtveranstaltung handelte, nahmen rund 200 Studenten im dritten Jahr daran teil, aufgrund der praktischen Ausrichtung und der Bedeutung für die zukünftige IT-Infrastruktur Chinas. Nahezu alle unsere Studenten haben den Kurs gelobt, und der Dozent wurde von ihnen zum beliebtesten Dozenten gewählt.
Führungskräfte, die IT-Investitionen ignorieren, riskieren betriebliche Ausfälle und astronomische Projektkosten. Jim Champy stellt einen Plan für die Einbindung von Führungskräften in IT-Projekte vor.
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