Interview mit Jens-Uwe Holz, Geschäftsführer Itellium Services GmbH
Wenn jemand die Wirtschaftskrise als Chance begriffen hat, dann ist es Jens-Uwe Holz, Geschäftsführer der Itellium Services GmbH in Essen. Im November 2009 hat der IT-Manager gemeinsam mit seinem Partner Uwe Brückner aus Teilen der ehemaligen IT-Tochter des insolventen Arcandor-Konzerns ein inhabergeführtes Dienstleistungsunternehmen gegründet. Seit dem Start ist Itellium mit einem fundierten Verständnis für seine Kunden und deren Prozesse auf Wachstumskurs.
Herr Holz, hinter Ihnen liegt eine spannende Zeit. Was kann Itellium heute anders machen als im Konzernverbund?
Die neue Aufstellung als inhabergeführtes, mittelständisches IT-Dienstleistungsunternehmen eröffnet eine Menge Perspektiven. Unser Interesse gilt langfristigen, erfolgreichen Kundenbeziehungen. Wir setzen deshalb auf kurze Entscheidungswege und persönliche Ansprechpartner, die sich in ihrem Metier auskennen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, Aufgaben und Projekte schnell anzugehen und auf veränderte Rahmenparameter umgehend zu reagieren. Ganz wichtig ist für unsere Arbeit die Qualität. Zum Qualitätsaspekt gehört die Fähigkeit, als Unternehmen die Prozesskenntnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nutzen. So helfen wir unseren Kunden nicht nur, ein Projekt richtig durchzuführen, sondern auch bei der sinnvollen Priorisierung der einzelnen Schritte.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aspekte beim Angebot von End-to-End-Dienstleistungen?
Keine Zukunft ohne Geschichte, wie man so schön sagt. Die Geschichte der Itellium ist eigentlich die Erfahrung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kunden. Ein sehr großer Teil unseres Teams arbeitet seit über 20 Jahren für den Handelsbereich. Addiert man die Berufsjahre der rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ergeben sich mehrere 1000 Jahre Erfahrung in diesem Umfeld. Bei Itellium werden nicht einfach Aufträge abgearbeitet, sondern im lebendigen Dialog mit dem Kunden gemeinsam Dinge entwickelt. Dazu gehört auch, zu Projektanfragen manchmal nein zu sagen, kritische Fragen zu stellen und so Verbesserungen zu bewirken.
Sie identifizieren Optimierungspotenzial bei Ihren Kunden. Welche Rolle spielt dabei die Optimierung der IT-Infrastruktur?
Die Infrastruktur spielt hier ganz klar eine wichtige Rolle, umso mehr, wenn Geräte wie Smartphones oder Tablet PCs von den Endverbrauchern einbezogen werden. Der Handelsprozess spielt sich schon lange jenseits der räumlichen Abgrenzung einer Filiale ab. Ich denke hier zum Beispiel an die Webshops und die vielfältigen Customer Care-Möglichkeiten. All diese Aspekte beeinflussen die Infrastruktur massiv. Unsere Aufgabe ist es, diese in die Planung mit einzubeziehen und sie technisch sowie wirtschaftlich sinnvoll abzubilden.
Wie hat sich das Selbstverständnis des Geschäftsführers eines IT-Dienstleisters Ihrer Ansicht nach in den letzten Jahren verändert?
Ich habe in meinen rund 25 Berufsjahren in Projektthemen und Technologiethemen sowohl auf Anbieter- wie auch auf Kundenseite gearbeitet. Es gibt aus meiner Sicht einen großen Trend – den Wandel von der rein technologischen Beherrschung eines Themas hin zu einer Art „Industriealisierung“. Ich muss in der Lage sein, Vorgänge zuverlässig und wiederholbar zu gestalten. Deshalb gehören heute neben den klassischen Management-Fähigkeiten natürlich auch Industrialisierungsmethoden wie ITIL und COBIT auf der Government-Seite oder Projektmanagementverfahren wie PRINCE2 oder PMI zu den Kompetenzen eines Geschäftsführers im Bereich IT.
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