‚IT menschlich‘ lautet die Devise eines der führenden kirchlichen IT-Dienstleisters Deutschlands. Sie gilt für das ECKD auch als Motto für die Reise zur privaten Cloud.
Wie überall in Wirtschaft und Gesellschaft, so auch im kirchlichen Raum: Der Stellenwert der IT verändert sich rasant. „Die Digitalisierung von Prozessen geht bei uns genauso schnell wie in Privatunternehmen und der öffentlichen Verwaltung“, sagt Michael Otto, Bereichsleiter IT-Services/Rechenzentrum und Meldewesen/Fundraising beim EDV-Centrum für Kirche und Diakonie (ECKD). Allein dadurch steigen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der IT-Infrastruktur permanent – das ist in anderen Branchen nicht anderes. Beim ECKD kommt jedoch hinzu, dass sich der Dienstleister als Vermittler versteht zwischen technologischem Fortschritt und den spezifischen Bedürfnissen von Menschen in Kirchenverwaltungen, Diözesen und diakonischen Einrichtungen. Dortige Mitarbeiter sollen von unproduktiver Routine befreit werden und durch IT mehr Freiraum erhalten für ihren eigentlichen Beruf. ‚IT menschlich‘ lautet deshalb das Firmenmotto des ECKD. „Wenn wir diesen Anspruch ernstnehmen, müssen wir neue Wege gehen und unseren Service nicht nur einfacher, flexibler und kostengünstiger bereitstellen, sondern auch optimal zugeschnitten auf die momentane Bedarfssituation des jeweiligen Kunden“, so Michael Otto. Die Anforderungen an die IT-Plattform wachsen also nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ.
Virtualisierung als Ticket zur privaten Cloud
In der bisherigen Kooperation mit einem kommunalen RZ-Betreiber ließ sich die Service-Vorstellung des ECKD nicht realisieren. Mit einem eigenen Rechenzentrum, so die Idee, wäre das ECKD wendiger und könnte flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Genau das war das Hauptmotiv für den RZ-Neubau in Kassel im vorigen Jahr. „Virtualisierung war von Anfang an der rote Faden für alle Bereiche der RZ-Architektur“, sagt Sven Meyer, Fachbereichsleiter RZ. Ineffiziente und unflexible Silostrukturen sollten sich dort erst gar nicht bilden können.
Herzstück der RZ-Architektur ist das Cisco Unified Computing System UCS. Es wurde speziell für virtualisierte Umgebungen entwickelt und vereint virtualisierte Server plus Storage- und Netzwerkanbindung in einem kompakten Blade-System. Für die Anbindung an das ebenfalls für virtualisierte Rechenzentren optimierte Speichersystem EMC CLARiiON CX4 sorgt dabei ein MDS-Storage-Switch von Cisco. Als Virtualisierungsplattform dient vSphere von VMware.
Vblock = Virtualisierung2
Die hier nur skizzierte Architektur entspricht exakt dem Vblock 1 der Virtual Computing Environment Koalition (VCE-Koalition). VCE wurde Ende vergangenen Jahres von Cisco und EMC gemeinsam mit VMware aus der Taufe gehoben. Die drei Unternehmen haben ihre Kompetenzen gebündelt, um die IT-Virtualisierung zu vereinfachen und technologische Risiken weitgehend auszuschließen. Vblock Infrastruktur Pakete von der VCE-Koalition bilden schon heute eine langfristig tragfähige Plattform für echte Private Cloud-Umgebungen.
Was aber genau verändert sich für einen Dienstleister wie das ECKD durch die Zusammenlegung erprobter Hightech-Produkte zu einem gemeinsamen Vblock-Paket? „Die Interoperabilität zwischen allen Vblock-Elementen wurde vorab auf Herz und Nieren geprüft“, antwortet Sven Meyer. „Auch Vertriebs- und Support-Kapazitäten haben die VCE-Koalitionäre zusammengelegt. In Sachen Vblock Infrastruktur Pakete agieren Cisco, EMC und VMware wie ein einziges Unternehmen. Für alle Belange gibt es nur noch einen Ansprechpartner, und anders als früher geht im Störungsfall keine Zeit mehr verloren durch die langwierige Klärung von Verantwortlichkeiten.“
Sicher und mandantenfähig
Das hat spürbare Auswirkungen auf die Stabilität im Rechenzentrum. Dazu Michael Otto: „Bisher liefen besonders verfügbarkeitskritische Datenbankanwendungen wie das kirchliche Meldewesen weiterhin auf physischen Servern. Dank Vblock 1 können wir jetzt auch solche Applikationen vollständig virtualisieren. Dasselbe gilt für Echtzeit-Collaboration wie Cisco Unified Communications, die wir nun ebenfalls als bedarfsgerechten Cloud-Service anbieten können.“
Einen weiteren Vorzug hebt Sven Meyer hervor: „Vblock bietet uns erstmals ein einheitliches, absolut transparentes Management über unterschiedliche Infrastrukturbereiche hinweg – bis hinab auf die Ebene einzelner virtueller Maschinen.“ Möglich wird dies durch den EMC Ionix Infrastructure Manager (UIM), der gleichfalls zu den Vblock Infrastruktur Paketen gehört. Mit UIM lassen sich Managementprozesse per Vorlagen und Richtlinien durchgängig automatisieren. Auch die komplexen Abhängigkeiten zwischen Anwendungen und unterschiedlichen RZ-Komponenten werden automatisch erkannt.
Zwei entscheidende Merkmale einer Private Clouds blieben bisher unerwähnt: die Abschottung verschiedener Kundenanwendungen gegeneinander sowie sichere Netzwerkanbindungen der Kunden: So lassen sich beispielweise für jede einzelne virtuelle Maschine präzise Zugriffschutzlisten hinterlegen – genau wie bei einem physischen Server. Und das Speichersystem EMC CLARiiON CX4 ist durch bewährte Abwehrmechanismen von RSA, der Security-Division von EMC, geschützt. Für die Sicherheit der Cloud-Dienste auf dem Weg zum Kunden sorgt schließlich der abgesicherte Kirchenanschluss des ECKD.
Unmittelbar bevor steht die Einführung einer Software von EMC, mit der sich Kunden per Browser einen virtuellen Webserver in der Kasseler ECKD-Cloud zusammenstellen können – zum Beispiel, wenn ein diakonisches Pflegeheim kurzfristig und ohne Eigeninvestitionen eine mobile Leistungserfassung per PDA einführen will. Mit wenigen Mausklicks ist der dafür benötigte Server konfiguriert und wird vom ECKD umgehend bereitgestellt. Schwestern und Pfleger würden durch eine solche mobile Leistungsdokumentation vom zeitraubenden Formularausfüllen entlastet und könnten sich intensiver um hilfsbedürftige Heimbewohner kümmern. IT menschlich – dafür hat das ECKD seine Private Cloud gebaut.
Deutsche Vblock-Premiere in Kassel
Als bundesweit erster IT-Dienstleister hat das EDV-Centrum für Kirche und Diakonie (ECKD) die Vblock Infrastruktur Pakete der VCE-Koalition (Virtual Computing Environment Koalition) implementiert. Die VCE-Koalition ist eine in dieser Form einmalige Industrieallianz von Cisco, EMC und VMware: Die gemeinsamen Infrastruktur Pakete der drei Marktführer vereinen Blade-Server, Virtualisierung, Netzwerk, Speicher, IT-Sicherheit und Management in einer umfassend getesteten Komplettlösung. Vblock Infrastruktur Pakete beschleunigen die ambitionierte Virtualisierungsstrategie des ECKD und verwandelt dessen Kasseler Rechenzentrum in eine echte Private Cloud. Das ECKD kann damit auch extrem verfügbarkeitsanfällige Anwendungen virtualisieren – zum Beispiel Terminalserver und das kirchliche Meldewesen mit Millionen Datensätzen. Selbst Echtzeit-Collaboration mit Cisco Unified Communications wird künftig als Cloud-Service angeboten.
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