President, EMC Content Management and Archiving Division
Alle in der IT-Branche sprechen darüber, wie sehr die Menge der Informationen in den letzten zehn Jahren gewachsen ist. Jetzt erfahren wir aus einem neuen White Paper von IDC, dass das Informationswachstum sich noch weiter beschleunigen wird. IDC sagt voraus, dass die Menge der jährlich erzeugten und replizierten Informationen sich von 2006 bis 2010 versechsfachen wird. Daraus ergeben sich 988 Exabyte an Informationen im Jahre 2010!
Angesichts der Menge und der neuen Arten von Information, die wir in der Zukunft produzieren werden, müssen wir die Art und Weise, wie wir über Informationen denken, vollständig ändern. Der Zugang zu Informationen wird in der Zukunft, so glaube ich, flach, tief und spezialisiert sein.
Ein flacher Zugang bedeutet einfach, dass die Zugangskanäle sehr direkt sein werden. YouTube ist ein perfektes Beispiel. Über nur einem einzigen Mittler können Sie Videos weltweit zur direkten Ansicht für jeden veröffentlichen, der über eine Verbindung zum Netzwerk verfügt. Es gibt keine Filter mehr und auch keine Begrenzungen, auf Informationen zuzugreifen oder den Nutzer zu erreichen.
Der Zugang zu Informationen wird auch tief sein. Dies ist eine direkte Korrelation zum "Long Tail"-Prinzip. Verbraucher und Mitarbeiter werden Zugang zu immer mehr Informationsquellen haben, die eine immer höhere Spezialisierung aufweisen.
Information wird sich weiter entwickeln und immer spezialisierter werden. Es werden ganz persönliche Informationsservices entstehen, die genau die Informationen bereitstellen, die für eine bestimmte Situation benötigt werden.
Diese Konzepte werden im Internet immer sichtbarer, und sie werden in Zukunft die Art und Weise verändern, wie Unternehmen und Organisationen Information managen. Damit Organisationen vom maximalen Wert ihrer Informationen profitieren, müssen sie ihre Denkweise zum Thema Informationen weiterentwickeln.
Wo beginnt man? Ich möchte gern acht Regeln für Information 2.0 vorschlagen:
1. Information ist entkoppelt von Anwendungen.
Informationen, die innerhalb von Anwendungen „begraben“ sind, haben nur eingeschränkten Wert; sie können nicht von anderen Anwendungen oder Personen genutzt werden. Der Wechsel von der anwendungszentrierten zu informationszentrierten IT bedeutet, dass die Information nicht durch die Anwendung, in der sie vorgehalten wird, eingeschränkt ist. Wenn Informationen, befreit von der Anwendung, im gesamten Unternehmen gemeinsam genutzt werden können, dann ist es möglich, aus der Information mehr Wert zu schöpfen.
2. Informationen ist zugänglich über Web-Services.
Informationen sind nur wertvoll, wenn sie verfügbar und zugänglich ist; deshalb müssen Informationsdienste und Webdienste ein- und dasselbe sein. Wenn man Informationen als der Anwendung ebenbürtig betrachtet, werden Informationen und Anwendungen auf höchstem Niveau miteinander verbunden . Das ermöglicht ein Management von Informationen, das effektiver ist als je zuvor.
3. Informations-Metadaten sind mit allen Daten integriert.
95 Prozent aller Informationen sind unstrukturiert – Videos, Fotos und Musik eignen sich nicht für das Management in einer relationalen Datenbank. Das Hinzufügen von Struktur zu unstrukturierten Informationen in Form von Metadaten ermöglicht die Indizierung und den Abruf von Informationen sowie die Suche danach. Eingebettete Metadaten verwandeln statische Informationen in dynamische Informationen.
4. Informationssicherheit ist explizit und eingebaut.
Firewalls setzen zwei Dinge voraus: Jeder innerhalb Ihres Unternehmens ist gut und jeder außerhalb Ihres Unternehmens ist böse. Anstatt „Festungsgräben“ in Form von Firewalls zu bauen, müssen Unternehmen zwei Dinge direkt schützen: die Daten und die Identität desjenigen, der die Daten nutzt, unabhängig vom jeweiligen Standort.
5. Informationsoptimierungen sind als Dienste eingebaut.
Ungeachtet der verwendeten Anwendung oder des Standorts der Daten müssen Entscheidungen über die Information getroffen werden: Welche Speicherebene? Welches Schutzniveau? Wie wird die Information gesichert? Die Entkoppelung von Information und Anwendung erlaubt Services wie Tiering, Virtualisierung und Konsolidierung, die als Service-Set den Anwendungen bereitgestellt werden. In einer Informationsinfrastruktur wird Optimierung als Informationsservice bereitgestellt.
6. Information ist personalisiert.
Jeweils 1.000 Mitarbeiter, die sich durch Magazine, Dateisysteme und Archive graben, um die Informationen zu finden, die sie brauchen, kosten ein Unternehmen $ 5,3 Millionen pro Jahr. Die Kosten für verloren gegangene, falsch abgelegte oder nicht identifizierbare Informationen sind exorbitant. Daher müssen wir, um Wert zu schöpfen, die richtige Information den richtigen Menschen zur rechten Zeit vorlegen, auf der Grundlage der sich ändernden Anforderungen eines jeden Einzelnen.
7. Information wird sowohl in Echtzeit als auch nach Bedarf bereitgestellt.
Mehr und mehr wird Information auf zwei Arten bereitgestellt werden: in Echtzeit und On Demand. Aber ich sage voraus, dass die Echtzeit-Bereitstellung mit der Zeit abnehmen und die Bereitstellung ganz nach Bedarf zunehmen wird. Wir werden aktuelle Kinofilme und Fernsehprogramme in unserer Freizeit sehen, nicht nach dem Zeitplan eines Senders. Die notwendigen Voraussetzungen für die Bereitstellung von Informationen ganz nach Bedarf (mehr Verbindungen, mehr Kapazität und mehr Bandbreite) werden zur Realität.
8. Information ist einfach immer verfügbar.
Während wir unsere Informationsinfrastrukturen mit Hunderten von Anwendungen und Tausenden – oder Hunderttausenden – von Anwendern aufbauen, werden uns nicht nur unternehmenskritische Informationen anvertraut, sondern auch Informationen, bei denen es buchstäblich um Leben und Tod geht. IT-Systeme und -Architekturen dürfen keinerlei Ausfallzeiten zulassen. Da wir niemals völlig sicher sein können, wer wann auf welche Art von Informationen zugreift, dürfen IT-Infrastrukturen niemals ausfallen - Punkt.










