Fachartikel
Application Dependency Mapping in virtualisierten Umgebungen

Virtualisierung hat viele Vorteile, erschwert aber durch die Dynamik das Management von IT-Infrastrukturen. Lösungen für Application Dependency Mapping schaffen hier Abhilfe, indem sie automatisch und in Echtzeit ein akkurates Abbild der IT-Landschaft zeichnen.

Virtualisierung ist en vogue. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie ist eine der wichtigsten Basistechnologien für den Rechenzentrumsbetrieb der Zukunft. Virtualisierung liefert die notwendige Flexibilität, die Unternehmen heute von ihrer IT verlangen: Die IT muss die Betriebsprozesse optimal unterstützen. Doch so begeistert sich alle auf Virtualisierung stürzen – sie führt auch zu einer rasant anwachsenden Dynamik in der Infrastruktur, die leicht ins Chaos führen kann. Klassische Verwaltungswerkzeuge sind machtlos gegen die Geschwindigkeit, mit der Anwendungen unterschiedliche Ressourcen nutzen.

Manuelles Management versus Automatisierung

Was den IT-Architekten und Prozessdesigner begeistert, ist für denjenigen, der die Infrastruktur managen soll, ein Albtraum. Eine Anwendung, die automatisiert ständig verschiedene Server-Ressourcen nutzt, ist nicht kalkulierbar. Wie soll er beispielsweise eine notwendige Abschaltung von Servern für Wartungsarbeiten planen, wenn er nicht weiß, welche Anwendungen gerade auf die betroffenen Rechenkapazitäten zugreifen? Wie kann er abschätzen, welche Geschäftsprozesse von einem Ausfall einer Netzwerkkomponente betroffen sind?

Es gibt eine Reihe von Administrationswerkzeugen, welche die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit einzelner Komponenten sicherstellen. Doch die Logik und die Beziehungsgeflechte von Anwendungen werden von diesen Tools nicht erfasst. In der Vergangenheit hat man sich damit beholfen, die Anwendungslandschaft manuell zu ermitteln. Dieses Vorgehen ist extrem zeitaufwändig und damit für dynamische Landschaften wenig zielführend: Die Bestandsaufnahme wäre schon veraltet, sobald sie vorliegt. Gefragt sind also Lösungen zur automatischen Erkennung von verteilten Geschäftsanwendungen, welche die dynamischen Beziehungen zwischen Services, Anwendungen und der Infrastruktur sowie die Abhängigkeit vom Netzwerk und den Speicherressourcen identifizieren. Damit diese Analyse auch in virtualisierten Umgebungen funktioniert, muss sie in Echtzeit geschehen. Nur so lassen sich die ständigen Veränderungen nachvollziehen. Sinnvoll ist hier ein modellbasierter Ansatz für Ressourcen-Management, wie ihn EMC mit seiner Smarts Technologie anbietet. Hierbei muss sich nicht jede Komponente über einen Agenten identifizieren, sondern die Lösung erkennt passiv auf Basis des jeweiligen Verhaltensmusters, welche Komponente sich in welchem Beziehungsgeflecht befindet.

Mit Modellen zum Erfolg

Eine zentrale Rolle spielt im Rahmen dieses modellbasierten Ansatzes die Konfigurationsdatenbank (Configuration Management Database – CMDB). Sie dient dem Zugriff und der Verwaltung von Configuration Items, den eigentlichen IT-Komponenten. Die CMDB ermöglicht jederzeit eine aktuelle Sicht auf Konfiguration und Abhängigkeiten. Über die IP-Header der Datenblöcke einer Anwendung lassen sich so die relevanten Informationen herausfiltern: Um welche Applikation handelt es sich? Wo befindet sie sich gerade? Mit wem kommuniziert sie?

Aus den erhobenen Daten wird eine topologische Darstellung (Dependency Map) erstellt, aus der sich die Abhängigkeiten zwischen den Anwendungen über alle Stufen ableiten lässt. Diese Informationen werden einer föderierten CMDB bereitgestellt. Durch eine gezielte Analyse können Veränderungen im Vorfeld besser geplant und virtuelle Umgebungen effektiver gepflegt werden. IT-Verantwortliche können somit noch vor geplanten Änderungen Aussagen darüber treffen, welche Risiken sie birgt. Die zusätzliche automatische Kontrolle von Konfigurationsänderungen gegenüber Compliance Richtlinien sorgt ebenfalls für eine bessere Betriebsstabilität. Weil passive und aktive Komponenten im Netz in Echtzeit erkannt werden, ergibt sich ein dynamisches Bild der gesamten Umgebung.

Volle Durchsicht

Ein Application Dependency Mapping in diesem Sinn ermöglicht es, viele notwendige Management-Prozesse in virtualisierten Umgebungen zu automatisieren. Die IT-Verantwortlichen erhalten so eine deutlich bessere Kontrolle über ihre virtualisierten Umgebungen: Sie können ungenutzte virtuelle Maschinen automatisiert löschen, IT-Compliance in ihren VMware-Umgebungen gewährleisten, Best Practices im Betrieb nutzen und regulatorische Vorgaben erfüllen. Durch die ständige Überwachung der laufenden Anwendungen und der genutzten Ressourcen werden im Falle von Compliance-Verletzungen automatische Prozesse in Gang gesetzt, die den entsprechenden Vorgang entweder unterbrechen oder korrigieren.

Das Application Dependency Mapping liefert ein akkurates Abbild der IT-Landschaft. Auf dieser Basis minimieren Management-Lösungen Ausfallzeiten und teilen Speicherressourcen optimal ein. Modifikationen der Infrastruktur lassen sich risikoarm planen und die von den Fachabteilungen geforderten Service Level werden eingehalten. IT-Service-Management-Systeme wie EMC unterstützen Unternehmen, indem sie ständig aktuelle Informationen über die Konfiguration der Infrastruktur liefern, die Elemente innerhalb einer Gesamtkonfiguration zueinander in Beziehung setzen und so Rückschlüsse bei auftretenden Fehlern erlauben. Die Verbindung von Virtualisierung und Automatisierung stellt die Effizienz und Funktionsfähigkeit der IT sicher und erfüllt damit die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Synchronisation zwischen Business und IT.

Autor: Lutz Rackow, Product Marketing Manager, EMC Resource Management Software Group, EMEA

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