In Zeiten, in denen die Menge an Informationen stündlich anwächst und Geschäftsprozesse immer komplexer werden, verschieben sich auch die Lösungsanforderungen an das Rechenzentrum von Unternehmen. Diese Entwicklungen müssen abgefedert und handhabbar gemacht werden, denn unter ökonomischen Gesichtpunkten betrachtet, zählen Informationen immer mehr zum Kapital eines Unternehmens. Bei der Bewältigung der Informationsfluten stehen insbesondere der zielgerichtete Einsatz von Anwendungen und das Informations-Management im Vordergrund. Ganz oben auf der Agenda von CIOs stehen derzeit zudem die Verfügbarkeit und Sicherheit von Daten. Außerdem muss die IT-Infrastruktur eines Unternehmens flexibel sein, um jederzeit neue Anwendungen sinnvoll integrieren und neue Geschäftsprozesse aufsetzen zu können. Nicht selten stellt dabei der Aufbau solch vielschichtiger IT-Infrastrukturen Unternehmen vor große Herausforderungen. Um eigene Rechenzentren aufrecht zu erhalten, müssen Unternehmen ein beträchtliches Maß an personellen und finanziellen Ressourcen ausschöpfen. Die Möglichkeit, Software nicht mehr unternehmensintern zu betreiben, sondern als Dienstleistung zu konsumieren, gewinnt deshalb rapide an Bedeutung.
Gemietete Software unterstützt Geschäftsprozesse
Software as a Service (SaaS) heißt das Modell, bei dem Software von einem Anbieter als Dienstleistung per Webbrowser bereitgestellt, betrieben und gewartet wird. Vor einigen Jahren gab es bereits erste Anläufe von Application Service Providern (ASPs), die Anwendungen ihrer Kunden im eigenen Rechenzentrum betrieben. Problematisch hierbei erwies sich der Kostenfaktor, denn die ASPs hielten individuell auf ein Unternehmen zugeschnittene Lösungen vor. Als erfolgreicheres Nachfolgekonzept schließt sich nun SaaS an. Anders als bei ASPs, folgen die SaaS-Anbieter dem sogenannten One-to-many-Ansatz. Indem die Dienstleister eine bestimmte Anwendung für eine größere Anzahl an Kunden gleichzeitig betreiben (Multi-tenant-Lösung), können sie ihren Service wesentlich preisgünstiger anbieten. Der Kunde entrichtet einen monatlichen Mietbetrag für alle diesbezüglich anfallenden Kosten.
Untersuchungen McKinseys zufolge fällt die TCO vor allem im Bereich CRM durch den Einsatz von gemieteter Software um 30 Prozent niedriger aus. Zusätzlich haben Firmen die Möglichkeit, hohe Investitionen für Hardware zu umgehen und können sich besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Insbesondere für dezentral aufgestellte Unternehmen ist SaaS eine attraktive Lösung, da Mitarbeiter unabhängig von ihrem Standort jederzeit via Internet auf die benötigten Anwendungen zugreifen können. Dies gilt auch für die Datensicherung von ausgelagerten Büros. „Auf neue Anforderungen muss ein Unternehmen sehr schnell reagieren können. Stellen Sie sich vor, Sie müssten die Daten von 500 weiteren Desktops oder 50 zusätzlichen Servern sichern. On-demand Backup-Dienste haben im Vergleich zu herkömmlichen Umgebungen eine nahezu unmittelbare Reaktionszeit", erklärt Jochen Moll, Geschäftsführer EMC Deutschland. Die IT-Abteilung kann den Service somit schnell und flexibel für zahlreiche Endgeräte einsetzen.
Online-Backup-Service
Auf die stetig steigende Nachfrage nach einfachen und ökonomisch ausgerichteten Software-Lösungen hat EMC Anfang dieses Jahres reagiert und eine eigene Abteilung zur Umsetzung seiner SaaS-Strategie eingerichtet. Mit EMC Fortress stellt das Unternehmen die notwendige Plattform für das gesamte Portfolio seiner Produkte zur Verfügung und betreibt mit Mozy Enterprise seit Anfang des Jahres einen Online-Backup-Service. Geplant ist, die Technologien aus den Bereichen Sicherheit, Informations-Management und Content-Management ebenfalls zu integrieren. Gestützt auf einer Service-orientierten Architektur soll Anwendern ermöglicht werden, die Dienste auch mit weiterer in einem Unternehmen vorhandener On-demand-Software zu verknüpfen.
Sinnvoll eingesetzt werden kann eine Online-Backup Lösung wie Mozy vor allem für extern verwendete PCs und Server sowie für Mitarbeiter, die von mobilen Endgeräten auf die Unternehmensanwendungen zugreifen. Ein weiterer Vorteil sind die geringeren Personalkosten in den IT-Abteilungen zur Abwicklung der Datensicherung.
Externes Backup hat Nachholbedarf
Der in EMCs Auftrag von Forrester durchgeführten und im Mai 2008 veröffentlichten Studie „Solving Backup Challenges with Software-as-a-Service" zufolge, haben 45 Prozent der in den USA und Europa befragten Firmen keine Datensicherung für die PCs ihrer externen Büros. Hauptgrund dafür ist, dass ein Großteil der Unternehmen seine Datensicherung „On-premise", also intern, durchführt und zudem keine automatisierte Lösung implementiert hat. Nach Einschätzungen von Forrester wird sich dies jedoch in den kommenden Jahren deutlich in Richtung On-demand verschieben.
Analysten prognostizieren dem Marktsegment ein erhebliches Wachstum. So sagt Gartner dem Markt für SaaS-Lösungen eine Steigerung auf 11,5 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2011 voraus. Mindestens 25 Prozent der Business-Application-Software wird Gartner zufolge bis dahin auf Mietbasis betrieben werden. Vor allem mittelständische Unternehmen setzen für den Ausbau ihrer Vertriebskanäle und für die Bereiche CRM und ERP Software via plattformbasierter On-demand Lösungen über das Internet ein. Wie Forrester ermittelte, planen 46 Prozent der von ihnen befragten Unternehmen den Einsatz einer Backup-Lösung innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Sicherheit wird zur Vertrauensfrage
Skeptisch zeigen sich die CIOs, was die Sicherheit von SaaS-Lösungen betrifft. Moll spricht die Bedenken vieler IT-Verantwortlicher deutlich an: „Natürlich braucht es ein gewisses Maß an Vertrauen, wenn man das Backup in die Hände von Außenstehenden legt." Die Vertrauensfrage in Bezug auf die Netzsicherheit und Abhängigkeit vom Anbieter ist derzeit noch ein Hemmschuh für IT-Entscheider. Auch die Angst vor Systemausfällen lässt noch so manche IT-Führungskraft zögern. Aufklärungsarbeit für die Verantwortlichen ist daher notwendig. Für CIOs ist es entscheidend, sich im ersten Schritt mit den bestehenden Lücken innerhalb der eigenen Datensicherungsstrategie auseinanderzusetzen und im zweiten Schritt, sich mit der intensiven Bewertung von On-demand Services zu befassen. Auch ein Kostenvergleich zwischen On-premise und On-demand Diensten für die unternehmensspezifischen Anforderungen ist sinnvoll, denn nicht immer rentiert sich die Inanspruchname von SaaS-Anbietern auf lange Sicht für alle Bedürfnisse eines Unternehmens.
Neue Lösungen werden kundenspezifischer
Laut Gartner entwickeln Anbieter bereits neue Möglichkeiten, ihre SaaS-Lösungen an individuelle Unternehmensprozesse anzupassen und eine firmenspezifischere Konfiguration der Anwendungen umzusetzen. EMC treibt daher die Integration von SaaS-Lösungen in vorhandene Infrastrukturen voran. „Das Themenfeld SaaS muss in einen größeren Zusammenhang gesetzt werden", erklärt der EMC-Geschäftsführer. „Nicht nur Software kann als externe Dienstleistung angeboten werden, sondern sämtliche IT-Leistungen." EMC schafft mit seiner Plattform deshalb die Voraussetzung, dass Unternehmen sämtliche Geschäftsprozesse wie etwa Beschaffung, Abrechnung, Sicherung und Überwachung künftig als Online-Service in Anspruch genommen werden können. „Es geht um umfassendes Informations-Management, das künftig als Service genutzt werden kann", so Moll.









