Der Telekommunikationsmarkt befindet sich im Umbruch und in einer Phase der Neuorientierung, getrieben durch veränderte Marktbedingungen und technologische Entwicklungen. Die TK-Anbieter erfahren einen signifikanten Umsatzrückgang in ihrem Kerngeschäft und harten Wettbewerb vor allem von neuen Firmen mit innovativen Geschäftsideen und -modellen. Im Privatkundengeschäft ist das Zusammenwachsen von Sprache, Daten, multimedialen Diensten und Entertainment (Triple Play) die treibende Kraft, im Geschäftskundensegment wird an Konvergenzlösungen im Bereich IT und Kommunikation (ICT) gearbeitet. Dies bedeutet vor allem für die TK-Netze eine umfassende Veränderung. Stichworte in diesem Zusammenhang sind "All over IP" und die immer wichtiger werdende Mobilität, auch in der Verbindung mit dem Bedarf nach größerer Bandbreite. Das Konzept, das die Lösung für diese vielfältigen Anforderungen beschreibt, wird allgemein als NGN (Next Generation Networks) bezeichnet. Das ist ein weit gefasster Begriff, mit dem die wesentlichen architekturellen Entwicklungen in den Kern- und Zugangsnetzen der Telekommunikation für die nächsten fünf bis zehn Jahre beschrieben werden.
Der hierbei grundlegende Architekturwandel besteht darin, die bestehenden monolithischen Netzwerke für Sprache und Daten unterschiedlichster Art auf eine einheitliche IP-basierende Netzwerkarchitektur zu überführen. Diese muss in der Lage sein, die verschiedenen Diensteanforderungen wie Sprache, Daten, Video und Multimedia über festen und mobilen Breitbandzugang zu leisten.
Architektur-Umbau: Die IT als "Enabler"
In dem aus neuen Technologietrends, kleiner werdenden Innovationszyklen und steigendem Kostendruck resultierenden Spannungsfeld gilt die Informationstechnologie als "Enabler" für den kostengünstigen Aufbau und effizienten Betrieb der Netze. Für den Betrieb der Netze aber auch für die Bereitstellung von neuen Diensten spielt das intelligente Management von Informationen eine entscheidende Rolle. Das zukünftige NGN wird natürlich nicht von einem Anbieter betrieben. Vielmehr wird es — wie auch schon heute — mehrere Betreiber für Netze, Dienste und Inhalte geben. Damit die Technik für die einzelnen Netze, die Dienste und die Inhalte zu einer Gesamtinfrastruktur zusammengefasst werden kann, muss mit offenen, standardisierten Schnittstellen gearbeitet werden. Niedrige Betriebskosten sind hierbei nur mit einem übergreifenden einheitlichen Netzmanagement zu erreichen. Der Umbau von dem bestehenden technologiebasierten Ansatz, bei dem jeder Service eine bestimmte Netzwerktechnologie erfordert, hin zu einer horizontalen, servicezentrierten Architektur kann nur Schritt für Schritt erfolgen. Legacy-Voice-Netzwerke, Zugriffsdaten-/Kerndatennetzwerke und drahtlose Netzwerke werden in einem einzelnen MPLS-basierten IP Backbone zusammengeführt. Dieses ist ein langwieriger und komplexer Vorgang. Da weiterhin aus Kostengründen die bestehenden Netze auch noch eine längere Zeit betrieben werden, sind in der Übergangsphase große operationelle Herausforderungen durch die Unternehmen zu meistern.
Für den Umbau der bestehenden Netze und die damit verbundenen Herausforderungen an Informationsmanagement, Security Lösungen, Content Management und Domain-übergreifendes Resource Mangement bietet EMC für TK-Unternehmen und Service Provider ein umfangreiches Beratungs-, Lösungs- und Service-Portfolio.
End-to-End Management
Aus Sicht des Service Managements ergibt sich bei der Migration zu NGNs eine Verschiebung von einem vertikalen, technologiespezifischen, hin zu einem horizontalen, servicezentrierten Management, das aus unabhängigen funktionalen Ebenen aufgebaut ist. Diese Domain-übergreifende Funktionsweise stellt damit hohe Anforderungen an ein End-to-End Service Management. NGNs sind sehr komplex und dynamisch: Services werden häufig aktiviert und deaktiviert, Geräte werden hinzugefügt und entfernt, Konfigurationen werden geändert. Dadurch ändern sich auch ständig die Beziehungen der NGN-Komponenten zueinander. Allein die Anzahl der beteiligten Elemente und deren Dynamik bedingt eine hohe Zahl an Ereignismeldungen und Alarmen. Bei Störungen kann dies im Extremfall zu Tausenden von Alarmen pro Tag führen, die zeitnah analysiert werden müssen. Die Herausforderung für Netzwerkbetreiber besteht darin, aus dieser Flut an Informationen in Echtzeit jene Daten zu identifizieren, die von Bedeutung sind. Hierbei stoßen herkömmliche Service Assurance Lösungen mit regelbasiertem Ansatz, das heißt der manuellen Definition und Implementierung von Regeln, an ihre Grenzen.
Mit dem modellbasierten Ansatz von EMC Smarts werden nicht nur die Elemente der gesamten Infrastruktur automatisch erkannt, sondern auch ihre Beziehungen zueinander und ihr Verhalten im Fehlerfall. Diese Abstraktion ist in einem allgemeinen, herstellerunabhängigen Informationsmodell definiert und dient als Basis für die Zuordnung zu der jeweiligen kundenspezifischen Umgebung. Durch eine patentierte Technologie für Korrelation und Ursachenanalyse wird aus den topologischen Daten ein Analysemodell errechnet, gegen das im Fehlerfall die Alarmmuster abgeglichen werden. Hierdurch wird das ursächliche Problem eines Dienstausfalls sofort identifiziert und gegenüber herkömmlichen Methoden wird die anfallende Diagnosezeit dramatisch reduziert. Dadurch wird die Service-Qualität extrem verbessert. Die Lösung von EMC Smarts lässt sich, durch die offenen Schnittstellen, ergänzend in bereits existierende Management-Architekturen integrieren und erreicht so eine wesentliche Effizienzsteigerung dieser Systeme. Eine solche flexible Lösung bietet eine Plattform, die den Wandel der Netze auch in Zukunft unterstützen wird.
Content Management
Content-Management-Systeme zur Verwaltung von unstrukturierten Daten und Zusammenführen von unterschiedlichen Datenquellen spielen in der TK-Branche eine wichtige Rolle. Die Documentum-Plattform von EMC stellt die Basis für alle Dienste, in denen Inhalte eine Rolle spielen. Das Leistungsspektrum reicht von Content Verwaltung, Records Management, Digital Rights Management, Content Distribution bis hin zu Content Rendering. Damit lassen sich sowohl multimediale Dienste für Privatkunden als auch Anwendungen für Geschäftskunden kostengünstig aufbauen und betreiben.
Ein weiteres Anwendungsfeld für Content Management Lösungen liegt in der Zusammenführung und Migration der OSS- und BSS-Systeme für NGN. EMC-Lösungen wie Electronic Bill Presentment oder der zentrale Zugriff auf verteilte CRM-Systeme sind heute schon bei TK-Unternehmen im Einsatz.
Security und Governance
Nur ein Kernnetz zu betreiben bedeutet auch, dass Fest- und Mobilfunknetze zusammenwachsen und sich nur durch den Zugang unterscheiden. Die Basis für kostengünstige Zugänge sind die optimale Ausnutzung und Gestaltung der Access-Technologien und somit der Einsatz von nur wenigen universellen und standardisierten Teilnehmerschnittstellen. Ein solches einheitliches Netz mit offenen Schnittstellen ist sehr anfällig gegen Manipulationen, Angriffe oder Überwachung. Daher werden durchgängige, wirkungsvolle Techniken zum Schutz der Daten und der Privatsphäre benötigt. Vor allem Service Provider, die Outsourcing-Lösungen anbieten, müssen dafür Sorge tragen, dass die durch gesetzliche Auflagen oder durch SLAs vereinbarten Sicherheitsvereinbarungen nachweisbar eingehalten werden.
Der Security Ansatz von EMC liegt darin, eine durchgängige Sicherheitsumgebung aufzubauen, bei der die Informationen im Zentrum der Überlegungen stehen. Hierzu spielen Technologien wie Identitäts-Management, Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Key Management und Überwachung sicherheitsrelevanter Aktivitäten in der gesamten IT-Umgebung eine Rolle. Im Herbst 2006 hat EMC mit der Übernahme von RSA Security und Network Intelligence diese Technologien in sein Portfolio aufgenommen.
Intelligentes Speichern und Optimieren von Informationen
EMC ist der Weltmarktführer im Bereich von Speicherlösungen. Im Telekommunikationsmarkt sind etwa 90 Prozent der Unternehmen Kunden von EMC und setzen die Lösungen heute vor allem im BSS-Umfeld ein. Durch das Zusammenwachsen von OSS- und BSS-Umgebungen beim Aufbau von NGNs bietet sich für TK-Unternehmen ein großes Einsparpotenzial durch Konsolidierung und Vereinheitlichung des Informations-Managements. Daraus folgt die Optimierung der Speicherkosten, verbesserte Nutzung von Servern und Speicher-Hardware, Flexibilität der IT Umgebung und optimierte Service-Bereitstellung in verteilten Umgebungen.
Effizientes Informations-Management ist heute ohne Virtualisierung jedoch kaum zu leisten. Sie ist der Schlüssel, um Informationen zwischen den Speicherebenen und -systemen verschieben zu können — unterbrechungsfrei und ohne die Verknüpfungen zu den Applikationen zu lösen. Die Technologie trennt die logische Sicht auf Anwendungen, Daten und Datenträger von der physischen Einheit. Die installierten Systeme erscheinen dem Administrator wie ein einheitlicher Ressourcenpool, der sich flexibel und bedarfsgerecht aufteilen lässt. Mit EMC-Lösungen wie VMWare, Rainfinity und EMC Invista lassen sich virtuelle Systemwelten auf Server-, Datei- und Speicher-Ebene realisieren.
Revisionssichere Archivierung
Ein wesentlicher Aspekt bei unternehmensweitem Informations-Management liegt in der Archivierung. Dieses Thema hat sowohl rechtliche Aspekte als auch Kosteneinsparungseffekte. Mit EMC-Lösungen für aktive Archivierung werden Informationen aus den Anwendungsumgebungen nach bestimmten Regeln auf kostengünstige Online-Archivsysteme ausgelagert, wobei der Zugriff der Anwendungen auf die Informationen gewährleistet bleibt. Mit dem Archivsystem Centera bietet EMC für sämtliche Anforderungen eine skalierbare, kostengünstige und revisionssichere Plattform. Ein Beispiel für den vielfältigen Einsatz der EMC Archivplattform ist die Speicherung von TK-Verkehrsdaten im Rahmen der EU-Direktive zur Vorratsdatenspeicherung. Zusammen mit Partnern hat EMC hierzu eine Lösungsarchitektur entwickelt, die kostengünstig flexibel und skalierbar die Anforderungen erfüllt.
Fazit
Das breite Lösungsangebot von EMC bestehend aus Beratung, Services, Software und Hardware bietet vielfältige Ansätze und Themen, um die TK-Unternehmen bei der Herausforderung zu unterstützen, die Netze der nächsten Generation aufzubauen. Durch Relevanz der Informationen für NGN und damit die Bereiche Resource Management, Security, Content Management und Infrastruktur lassen sich hierbei erhebliche Kosten einsparen und die Effizienz im Betrieb erhöhen.
