Moderne Management-Tools erleichtern die Verwaltung komplexer MPLS-Netze, da sie automatisiert Fehlermeldungen auswerten, Problemursachen identifizieren und deren Folgen analysieren. Dadurch konnten zum Beispiel die Dienstleister COLT und BT Global Services die Zeit für die Behebung von Problemen deutlich reduzieren und somit ihren Kundenservice verbessern.
Immer mehr TK-Dienstleister nutzen komplexe MPLS VPNs für die weltweite Übertragung von Sprache, Daten und Multimediainhalten. Durch die Konvergenz der bislang getrennten Infrastrukturen für die verschiedenen Inhalte senken die Provider die laufenden Betriebskosten deutlich. Aufgrund der offensichtlichen Einsparungen bemerken sie häufig jedoch nicht, dass an einer anderen Stelle die Kosten massiv steigen, nämlich bei der Verwaltung der zunehmend komplexen Netze.
Traditionelle Werkzeuge zur Überwachung von Netzwerken sind bei aktuellen Lösungen wie MPLS VPNs (Multi-Protocol Label Switching Virtual Private Networks) häufig überfordert. Denn moderne Infrastrukturen sind in vielen Bereichen komplexer als die bisherigen Systeme. Sie sind größer, nutzen konvergente Technologien und bieten eine höhere Zahl an Services. Da herkömmliche Management-Werkzeuge recht einfache Auswertungsmechanismen aufweisen, zählen sie bei einer einzigen Störung oft unstrukturiert sehr viele Fehler auf.
Zum Beispiel kann ein Switch im komplexen Netzwerk eines TK-Dienstleisters ausfallen. Diese Ursache hat zahlreiche Auswirkungen. So ist möglicherweise die Verbindung zwischen der Zentrale und einer Filiale bei einem Kunden verlangsamt, die Sprachqualität der IP-Telefonie beeinträchtigt, einige IP-Telefone fallen aus oder eine E-Commerce-Website ist nicht mehr erreichbar. Herkömmliche Management-Tools listen zwar alle diese Fehler auf, bewerten sie jedoch nicht. Damit ist es für den Administrator sehr mühsam und zeitaufwändig, einerseits die tatsächliche Fehlerursache herauszufinden und andererseits zu bewerten, welche Auswirkungen diese Probleme auf die Geschäftsprozesse haben, um die Fehlerbehebung zu priorisieren.
Ein intelligentes Tool sollte daher nicht nur automatisch aufzeigen, was die grundlegende Ursache — in diesem Fall der ausgefallene Switch — ist, sondern auch welche Folgen wie wichtig sind. So sorgt die Verlangsamung der Verbindung zu einer Filiale oder der Ausfall eines Telefons zwar für ärgerliche Behinderungen, aber die fehlende Erreichbarkeit einer E-Commerce-Seite und damit der konkrete Umsatzverlust ist sicher kritischer für das Geschäft. Idealerweise zeigt das Werkzeug daher dem Administrator an, welchen ursächlichen Fehler er zuerst beheben und um welche Auswirkungen er sich anschließend in welcher Reihenfolge kümmern sollte. So berechnen moderne Systeme sogar die finanziellen Folgen der einzelnen Probleme, und dies nicht nur anwendungs-, sondern auch domainübergreifend.
Netzmanagement in der Praxis
Mit dem modernen Managementsystem EMC Smarts reduzierte zum Beispiel COLT die durchschnittliche Zeit zur Identifizierung von Problemursachen in ihren MPLS-Netzwerkdiensten deutlich. Dadurch kann das Unternehmen den Service schneller wiederherstellen und den Kundendienst erheblich verbessern. Mit Hilfe des Common Information Models der EMC Smarts-Managementlösung erhalten die internen Teams ein einheitliches Verständnis der Netzwerkprobleme. Dies verbessert die Zusammenarbeit der Mitarbeiter im Netzwerkbetrieb und der Ingenieure erheblich.
Auch der Dienstleister BT Global Services setzt EMC Smarts zur Überwachung der Leistung und Verfügbarkeit seines MPLS-Netzwerks ein. Damit kann das Unternehmen im Falle einer Störung anhand automatisierter Ursachen- und Folgenanalyse schnell eingreifen, mögliche Auswirkungen minimieren und so Serviceverfügbarkeit, Effizienz und Leistung der Netzwerke seiner Kunden rund um die Uhr sichern.
Zentrale Anforderungen
TK-Dienstleister sollten bei der Auswahl eines modernen MPLS-Managementsystems einige grundlegende Anforderungen beachten. Zum Beispiel muss die Lösung Warnungen, Ereignisse und Netzwerktopologie-Daten über verschiedene Technologiedomains hinweg integrieren und korrelieren. Sie sollte dabei auch Informationen über Ereignisse und Topologien aus verschiedenen Quellen, inklusive der vorhandenen kommerziellen und Open Source-Tools, integrieren. Dabei ist exakt aufzuzeigen, welche Ursachen welche Probleme erzeugen.
Die Funktionseinheiten und Beziehungen bei Datentransport, Routing, MPLS und VPN-Domains muss das System automatisch entdecken. Damit kann es auf intelligente Weise die Beziehungen zwischen den Elementen verschiedener Domains — etwa Netzwerken, Anwendungen und Services — ableiten. So sollte die Lösung ermitteln, welche Pfade Verbindungen zwischen welchen VPN-Teilnehmern ermöglichen.
Das Managementsystem muss für die größten und komplexesten Implementierungen skalierbar sein, damit es auch in Großunternehmen automatisch die Verbindungen zwischen den grundlegenden Netzwerkelementen sowie den unterstützten Applikationen, Services und Kunden erkennt. Dabei hat es eine einheitliche Ansicht von IP, MPLS, VPN Router-Protokollservices und den komplexen Zusammenhängen zu bieten, die zwischen Carrier-Infrastrukturen bestehen.
Die Lösung muss sich automatisch an Veränderungen der IT-Infrastruktur anpassen. Dazu dürfen neue Technologien wie Voice-over-IP, MPLS, optische oder drahtlose Übertragung nicht abgeschottet voneinander verwaltet werden. Sie sind zusammenhängend zu betrachten sowie mit einem klaren Verständnis, wie die Qualität der Technologie die Geschäftstätigkeiten beeinflusst. Das System sollte auch aktuelle Netzwerkprotokolle wie BGP (Border Gateway Router Protocol), IS-IS (Intermediate System to Intermediate System) und OSPF (Open Shortest Path First) beherrschen. Zusätzlich sind Schlüsselkomponenten MPLS-basierter VPN-Infrastruktur wie Label Switch Paths (LSPs) zu berücksichtigen.
Ganzheitlicher Ansatz
Nur eine automatisierte Netzwerkmanagementlösung, die generisch aufgebaut ist und die IT-Infrastruktur als Ganzes begreift, kann sofort die eigentlichen Ursachen für Probleme exakt bestimmen und damit kostspielige Ausfallzeiten vermeiden. Ein System für die Verwaltung von MPLS VPNs muss hohe Anforderungen erfüllen — nicht nur im Sinne eines garantierten Services für die TK-Kunden, sondern auch hinsichtlich geringer Installations- und Betriebskosten.
Die Lösung EMC Smarts
EMC Smarts hilft Unternehmen, ihre Netzwerke zu verwalten und die Verfügbarkeit ihrer Anwendungen und Services zu verbessern. Durch Automation der IT-Verwaltung, indem also keine manuellen Programmierungen bei Änderungen in der Infrastruktur nötig sind, sinken die Betriebskosten für das Netzwerk erheblich. Außerdem können Unternehmen schneller neue Services einführen und verwalten. Dank Einbettung von intelligenten Funktionen wird das Netzwerkmanagement einfacher und dadurch günstiger — die IT-Abteilung und Netzwerk-Administratoren werden entlastet. Insbesondere sind die Unternehmen mit EMC Smarts in der Lage, Fehler im Netzwerk plattformübergreifend und frühzeitig zu behandeln und auf diese Weise die Verfügbarkeit ihrer Dienste und somit ihren Service Level für die Kunden zu verbessern.
Die Lösung enthält drei Kerntechnologien:
- Automation für das Erkennen der gesamten IT-Infrastruktur — von Netzwerkgeräten bis hin zu Business Services. Somit wird das manuelle Schreiben neuer Regeln bei Änderungen der Infrastruktur überflüssig.
- Intelligente Analysen zeigen genau die grundlegenden Ursachen für Probleme, die den Service beeinträchtigen, und kalkulieren ihre Auswirkungen — automatisch und in Echtzeit.
- Abstraktion ermöglicht ein integriertes Informationsmodell, das eine logische Darstellung der komplexen IT- und Business-Domains erzeugt. Diese Übersicht enthält alle Komponenten, Beziehungen, Verhaltensweisen und Interaktionen und bildet die Voraussetzung für die automatische Analyse, inwiefern Ausfälle bestimmter Elemente Geschäftsprozesse beeinflussen.
