Fachartikel
Mehr Effizienz im Gesundheitswesen mit IT
Autor: Dirk Werner, Teamleiter Healthcare bei der EMC Deutschland GmbH

Die Forderung nach einem effizienten Gesundheitswesen scheint ein hehres Ziel, gemessen am heutigen Klinikalltag. Wird ein verunglückter Patient mit dem Notarztwagen eingeliefert, muss mitunter sofort operiert und medikamentös behandelt werden. Er ist den Ärzten nicht bekannt, sie wissen nichts über Anamnese, Allergien oder Erkrankungen des Patienten, die Einfluss auf die anstehende Operation und Medikation haben könnten. Um das Leben des Patienten zu retten, wird die OP häufig "auf gut Glück" durchgeführt. Später füllt der Arzt manchmal stundenlang Formulare und Aktenvordrucke aus, damit der Patient entsprechend erfasst und die Leistungen der Klinik mit der Versicherung abgerechnet werden können. Röntgenbilder und andere Dokumente werden meist in einen Umschlag gesteckt und per Post oder Bote an den weiter behandelnden Arzt geschickt. So weit, so normal.

Abläufe optimieren, Kosten senken, Effizienz erhöhen: das unternehmerische Denken hält zwangsläufig als Konsequenz der Reformbestrebungen mehr und mehr Einzug in die Medizin. Diese wirtschaftlichen Maxime müssen jedoch mit der Qualität der Behandlung in Einklang gebracht werden. Und da liegt für viele Kliniken und Arztpraxen die Krux: trotz gedeckelter oder gar sinkender Budgets müssen sich die Verantwortlichen mit strengen gesetzlichen Vorgaben zur langfristigen Archivierung von Patientendaten auseinander setzen, die Effizienz ihrer Häuser steigern und gleichzeitig sicherstellen, dass das Niveau der gesundheitlichen Versorgung nicht absinkt. Diese keineswegs leichte Aufgabe kann mithilfe geeigneter administrativer und technischer Strukturen bewältigt werden. IT-Lösungen, die an die Belange der gesundheitlichen Institutionen angepasst sind, können Ärzten, Apothekern und Klinikpersonal helfen, die Betreuung ihrer Patienten zu verbessern und gleichzeitig Prozesse zu beschleunigen, bürokratische Hürden abzubauen und Kosten zu senken.

Effizienzsteigerung durch intelligentes, sicheres Datenmanagement

Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass auch in einem dezentralen Gesundheitssystem, wie wir es in Deutschland haben, ein Krankenhaus kein allein stehendes Gebilde mehr ist, sondern mit anderen Institutionen, Ärzten, Pharmakonzernen und Krankenkassen zusammen arbeitet. Eine passende IT-Infrastruktur darf also ebenso keine Insel-Lösung mehr sein. Nur durch interne wie externe Vernetzung und einfach zu bedienende Software genießen die Leistungserbringer alle Vorteile steigender Effizienz und optimierter Zusammenarbeit.

Eine geeignete Infrastruktur muss daher speziell auf die Anforderungen von Einrichtungen des Gesundheitswesens abgestimmt sein. Sie muss sowohl effiziente Informationsplattform sein als auch die Sicherheit der sensiblen Patientendaten gewährleiten. RIS und PACS-Systeme sowie Lösungen zur Digitalisierung und Speicherung von Röntgenbildern und anderem Fixed Content liegen dabei auf der Hand und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Abgerundet wird die effiziente IT durch eine Datenkommunikationsinfrastruktur, die hohe Durchsatzraten und schnelle Datenübertragung intern wie extern erlaubt. Durch Authentifizierungs- und Zugriffskontrollsysteme ist zudem sichergestellt, dass die Patienteninformationen nicht in falsche Hände geraten.

Zwar mögen derzeit noch viele Ärzte, Krankenschwestern und Laborkräfte dem Einsatz von IT eher skeptisch gegenüber stehen. Die Gründe dafür sind oft nachvollziehbar, berichten uns doch viele Anwender von nicht ausgereiften Systemen oder Software-Lösungen, die mehr Arbeit machen anstatt zu entlasten. Die Hersteller haben hier jedoch die große Chance, sich im Gesundheitswesen nachhaltig zu etablieren, indem sie diese Skepsis ernst nehmen und nachweisen, dass der Einsatz von IT den Alltag von Ärzten und Pflegepersonal erheblich erleichtern und zu spürbaren Kostensenkungen beitragen kann. Setzt sich IT auf breiter Ebene durch, wird sie nicht nur Prozesse effizienter gestalten, sondern die Betreuung mehr durch Kenntnis der tatsächlichen gesundheitlichen Verfassung des Patienten Rechnung tragen. Letztlich geht es bei aller Effizienz doch vor allem um eines - die Gesundheit des Menschen.

Notes: