Fachartikel
Application Discovery und Mapping
Anwendungen immer im Griff

Fehler passieren immer wieder, auch in IT-Infrastrukturen in Unternehmen. Bei den Auswirkungen von Systemausfällen und Netzwerkfehlern waren Unternehmen bislang allerdings häufig auf Vermutungen und Annahmen angewiesen. Langwierige Fehlersuche und überflüssige Prozesse bei der Behebung trugen wesentlich dazu bei, dass die IT oft als ineffiziente Kostenstelle angesehen wurde. Moderne IT-Infrastrukturen sind jedoch in der Lage, Geschäftsprozesse eines Unternehmens zu unterstützen und damit unmittelbar zum Erfolg beizutragen. Voraussetzung dafür ist ein funktionierendes, effizientes Netzwerk-Management. Mit neuen Tools stellen Administratoren sicher, dass Konfigurationsänderungen bei Software und Hardware schnell festgestellt, verfolgt und aufgezeichnet werden. Zudem können sie die Auswirkungen von Manipulationen und Fehlern in der Infrastruktur auch über verschiedene Rechenzentren hinweg ermitteln und beseitigen.

Bestehende System- und Netzwerkmanagement-Tools reichen zwar zur Messung von Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit einzelner Komponenten aus. Sie sind jedoch meist nicht in der Lage, die Logik von Anwendungen zu verstehen. So hat eine Untersuchung von Forrester Research gezeigt, dass bei einer Systemwiederherstellung 70 bis 80 Prozent der Zeit allein für die Suche nach der Ursache des Ausfalls benötigt wird. Heutige IT-Strukturen sind in der Regel sehr komplexe, über einen langen Zeitraum gewachsene Gebilde. Ziel jedes Administrators sollte es aber sein, flexible Strukturen aufzubauen, die sich schnell an neue Geschäftsanforderungen anpassen lassen. Zum Beispiel muss bei einer Übernahme eines anderen Unternehmens ein bis dahin eigenständiges Rechenzentrum inklusive Anwendungen in die bestehende Struktur eingebaut werden. Dazu hat die IT-Abteilung erst einmal festzustellen, wie die Netzwerke überhaupt beschaffen sind. Erst im zweiten Schritt erfolgt gemeinsam mit der Geschäftsführung die Entscheidung, welche Systeme wie integriert werden.

Ein Unternehmen muss heute seine IT sehr eng mit Geschäftsprozessen verzahnen. Dazu sind Einsichten in die IT-Strukturen und Services nötig, die zur Unterstützung von Geschäftsanwendungen und -prozessen sowie zur Ermittlung der damit verbundenen Kosten benötigt werden. Die IT muss durch Geschäftsprozesse verwaltet werden und nicht IT-spezifischen Anforderungen unterliegen. Nur damit kann ein Unternehmen aufhören, die IT als einen schlecht verstandenen Kostenverbraucher zu sehen und sie so in einen aktiven Geschäftsposten verwandeln.

Durch neue Geschäftsanforderungen und Technologien ändern sich jedoch ständig die verwendeten Anwendungen und deren Einstellungen sowie die Zusammenarbeit zwischen ihnen in diversen Arbeitsprozessen. IT-Administratoren oder herkömmliche Überwachungstools können diese ständigen Änderungen in vielen Fällen nicht mehr handhaben. Nur mit einem automatischen Discovery-Prozess der laufenden Anwendungen können Unternehmen ihre IT-Infrastruktur bezüglich Kosten, Stabilität und Effizienz kontrollieren.

Herausforderungen für die IT

Auf dem Weg dahin gibt es jedoch einige Hürden zu überwinden. So benötigt eine heterogene Infrastruktur häufig Spezialisten für verschiedene Anwendungen, Plattformen oder Geräte und damit hohe Personalkosten. Viele Unternehmen können nicht die Geschäftsprozesse unterstützenden IT-Systeme kontrollieren. So können IT-Abteilungen nicht ermitteln, welche Service-Levels sie bieten können, und damit keine realistischen Geschäftserwartungen umsetzen. Eine manuell verwaltete IT-Umgebung kann auch keine konsistenten Service-Level für die Mitarbeiter bieten. Zudem sind die Ergebnisse einer manuellen Ermittlung von Anwendungen, Zusammenhängen und Nutzungen schon veraltet, bevor die Inventur abgeschlossen ist.

Um neuen gesetzlichen Verordnungen zu entsprechen, müssen Unternehmen ein modernes und umfassendes Technologie-Management einsetzen. Außerdem sind neue Sicherheitstechnologien nötig — durch erhöhte Mobilität, verstärkte Nutzung von Web Services und Zusammenarbeit mit externen Organisationen.

Geschäftsanforderungen

Zu den IT-spezifischen Herausforderungen kommen noch einige Anforderungen aus Business-Sicht hinzu:

  • Unternehmen benötigen eine aktiv sich selbst verwaltende Infrastruktur, um deren effiziente Synchronisierung mit Geschäftsprozessen zu erreichen.
  • Mit ITIL (Information Technology Infrastructure Library) und anderen Initiativen zur Kontrolle der Prozesse rund um den Betrieb einer IT-Infrastruktur erhöht sich die Notwendigkeit für automatische Lösungen zur Erkennung und Aufzeichnung von Services und Applikationen.
  • Auch die Implementierung einer Strategie für CMDB (Configuration Management Database) für Konfigurationsdaten erhöht den Bedarf für diese Lösungen. Unternehmen benötigen Unterstützung im Aufbau logischer Modelle ihrer IT-Infrastrukturen, damit sie ihre Konfigurationsdaten identifizieren, katalogisieren, nachverfolgen, optimieren und verwalten können.

Aktuelle Lösungen

Gefragt ist eine Lösung zur automatischen Erkennung von verteilten Geschäftsanwendungen, welche die dynamischen Abhängigkeiten zwischen Services, Anwendungen und der Infrastruktur sowie die Abhängigkeit vom Netzwerk und den Speicherressourcen eines Unternehmens identifiziert. Sie kombiniert eine Technologie zur Erkennung von Applikationen mit einem modellbasierten Ansatz für Resource Management. Die Software sollte sofort erkennen, wie Fehler und Änderungen in der Infrastruktur die Verfügbarkeit von Geschäftsprozessen beeinträchtigen.

High-Definition-Erkennung identifiziert J2EE-Anwendungen und bildet sie sowie deren Module, Komponenten und Zusammenhänge ab. Eine Lösung wie die von EMC erkennt zudem Einzelkomponenten innerhalb zusammenhängender Geschäftsanwendungen, dokumentierte und aktive Abhängigkeiten, Zusammenhänge zwischen einzelnen Servern sowie verschiedene Instanzen von installierten Anwendungsservern und Datenbanken. Der besondere Charme der High-Definition-Erkennung von EMC liegt in der Kombination von passivem und aktivem Discovery, sodass ein "hochauflösendes" Bild der Applikationslandschaft mitsamt der Beziehungen untereinander entsteht.

Aktuelle Lösungen unterstützen verteilte Architekturen und können daher in weltweit verteilten Rechenzentren eingesetzt werden. Zusammen mit Software zur Datensammlung und -abgleichung ermöglicht etwa der EMC Smarts Application Discovery Manager den Einsatz in komplexen und dynamischen Netzwerken.

Anhand bestimmter Erkennungsmerkmale sollen Lösungen in der Lage sein, gängige Anwendungen sofort zu erkennen, damit zusammenhängende Applikationen zu gruppieren und deren Abhängigkeiten automatisch abzubilden. Mit einer offenen Abgleichsfunktionalität können Kunden ihre CMDB-Daten über verschiedene Quellen hinweg synchronisieren. So sind alle Konfigurationsinformationen stets auf dem neuesten Stand. Dashboards bieten einen schnellen Überblick über den aktuellen Status einer CMDB-Umgebung. In Grafiken und Tabellen werden Informationen zu erkannten Applikationen sowie Veränderungen in der Anwendungsumgebung zusammengefasst.

Durch die Skalierbarkeit und Einsetzbarkeit der Lösung über mehrere Rechenzentren hinweg erhalten Kunden einen einheitlichen Einblick in ihre CMDB-Daten, unabhängig von deren Standort. Anstatt alle System- und Komponenteninformationen in ein einziges Repository einzugeben, können Kunden eine moderne Lösung sowohl in eigene als auch CMDB-Installationen anderer Anbieter integrieren.

Unternehmen sollten automatisch die Verbindungen und Beziehungen zwischen Anwendungen, Servern und Netzwerkbausteinen identifizieren sowie in einem Modell abbilden können. Die Anwendungskomponenten und deren Auslastung sowie die Abhängigkeiten zwischen den Ressourcen und Service Levels im Rechenzentrum sollten fortlaufend untersucht werden. Der Einblick in die Anwendungsumgebung und deren Wechselbeziehungen ist die Grundlage für die Analyse und Automatisierung von Prozessen zur Fehlerbehebung im gesamten Unternehmen.

Fazit

Ein erfolgreiches Unternehmen ist abhängig von der Synchronisation zwischen Business und IT. Nur wenn die IT optimal auf die eingesetzten Anwendungen und die Geschäftsprozesse abgestimmt ist, bietet sie einen echten Mehrwert. Netzwerk-Management-Systeme wie EMC Smarts unterstützen Unternehmen dabei, indem sie ständig aktuelle Informationen über die Konfiguration der Infrastruktur liefern, die Elemente innerhalb einer Gesamtkonfiguration zueinander in Beziehung setzen und so Rückschlüsse bei auftretenden Fehlern erlauben. Zudem sorgen sie dafür, dass die Anwendungen und Geschäftsprozesse optimal aufeinander abgestimmt sind und so zum Erfolg des Unternehmens beitragen.

Notes: